Japan und Korea stellen auf Wasserstoff um – stimmt das?

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Vor einigen Tagen hatte ich einen Beitrag über die Brennstoffzelle und Wasserstoff geschrieben. Ein, sehr kluger Kommentator, hat darauf in seinem Kommentar verwiesen, dass Japan und auf Wasserstoff umstellen. Ich halte das Thema für so wichtig, dass ich es in einem eigenen Artikel kurz erläutern möchte.

Zunächst einmal muss man diese beiden Länder getrennt voneinander betrachten. Japan und Korea, wenn sie denn auf Wasserstoff setzen, tun dies aus unterschiedlichen Gründen. Und ich kann vorwegnehmen, mit dem Automobil hat das nichts zu tun.

Beginnen wir mal mit Japan. Nach Fukushima hat Japan alle Atomkraftwerke abgestellt. Japan ist ein sehr Rohstoff armes Land. 94% aller Fossilen Brennstoffe müssen Importiert werden. Die japanische Regierung möchte, logischerweise, so schnell wie möglich diese Abhängigkeit beenden. Hier kommt die Brennstoffzelle ins Spiel.

Allerdings nicht in der Motorisierung oder als Antriebskraft für Kraftfahrzeuge. Sondern als eigenes kleines Kraftwerk zu Hause. Die japanische Regierung subventioniert den Kauf einer Brennstoffzelle mit 450-900 €. Mit dieser Brennstoffzelle, zu Hause, wird der Strom erzeugt, den man zuhause benötigt. Von den Lampen über den Kühlschrank bis zum Fernseher. So eine Brennstoffzelle kann eine ganze Wohnung mit Energie versorgen.

Mehr als 200.000 japanische Haushalte besitzen bereits solch eine Brennstoffzelle zu Hause. Wenn man irgendwo liest, Japan setzt auf die Brennstoffzelle bedeutet es eben nicht, auf Kraftfahrzeuge mit Brennstoffzelle, sondern als Energieerzeugung in den eigenen 4 Wänden. In den eigenen vier Wänden. Im Individualverkehr setzt sich auch in Japan die E-Mobilität, langsam, durch. Infographic: Japan is catching up on battery-powered cars | Statista You will find more infographics at Statista




Etwas anders sieht es in Korea aus. Wenn man liest, Korea setzt auf die Brennstoffzelle, ist auch dort nicht der Individualverkehr gemeint. Genauer gesagt geht es um Hyundai. Dabei handelt es sich aber nicht um den Automobilhersteller. Hyundai war bis in die 90er Jahre hinein das größte Koreanische Unternehmen. Ein Mischkonzern zu dem eine der größten Reedereien gehört (Hyundai Elevator) oder auch die größte Werft der Welt (Hyundai Heavy Industries).

Nun hat Hyundai bekannt gegeben, bis zum Jahr 2030 Weltmarktführer in der Brennstoffzellentechnologie zu werden. Auch das hat nichts mit dem individualen Person Kraftverkehr zu tun. Wir reden hier von LKWs, von Schiffen, von fliegenden Taxis (Gruß an Dorothee Bär). Von allen Fahrzeugen, die mit konstant niedriger Geschwindigkeit, festgelegte Strecken, in einem bestimmten Zeitfenster absolvieren müssen. Für diese Fahrzeuge kann die Brennstoffzelle tatsächlich ein Schritt in die Zukunft sein. Aber auch hier gilt, nicht für den individuellen Person Kraftverkehr. Auch Korea setzt wie Japan in der Automobiltechnologie auf Elektroautos.

Markus

Kommunikationsberater bei Dreiknopfmedia
Nerd, Kaufmann, Geek, Soziologe, Vater, Entwickler, Musiker, Eisliebhaber, Programmierer, Designer, Fussballverrückt, Kommunikator, Gründer, Radfahrer, Unternehmer, Popcorn
Markus

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