Elektro Autos, Akku und eine riesen Chance für Sachsen

0
654

Eines vorweg, der Abbau von Mineralien und Erzen ist selbstverständlich ein großes umwelttechnisches Problem. Allerdings, stoßen unsere derzeitigen Fahrzeuge nicht nur höchst toxische Abgase aus, auch sind in modernen Autos sehr viele seltene Metalle verbaut. Knapp 40 t Gold sind derzeit auf deutschen Autobahnen, in Form unserer Katalysatoren unterwegs. Dennoch, für die Produktion der in E-Mobilen verbauten Akkus werden sehr viele Edelmetalle gebraucht.

Der Elektrofahrzeughersteller Tesla erwartet, laut Reuters, starke Engpässe bei der Versorgung mit Mineralien und Metallen die für die Produktion von Akkus benötigt werden. Es ist für die Zukunft sehr wichtig, dass die Bergbau Unternehmen ihre Produktion deutlich erhöhen. Gerade die letzten Jahre waren gekennzeichnet von einer Drosselung der Förderungsmengen. Zu den wichtigsten Metallen in der Herstellung der Akkus für Elektro Fahrzeuge zählt Lithium.

Lithium kommt gar nicht so selten in der Natur vor. So gibt es mit Argentinien, Bolivien, Chile, China und den USA einige Länder die mehr als 7. Millionen Tonnen Lithium besitzen. Der Abbau von Lithium ist stark zurückgegangen. Bevor ein neu errichtete Lithium Mine unter Volllast fördern kann, vergehen bis zu sechs Jahre. Ein weiteres Problem ist die Nachfrage. Seitdem China die 10 % Regel eingeführt hat, 10 % der neu zugelassenen Fahrzeuge müssen Elektro Autos sein, haben chinesische Akku Hersteller beinah den kompletten Weltmarkt aufgekauft. Wenn wir also in Zukunft nicht mehr abhängig von chinesischen Akkus sein wollen und eine eigene Akkuproduktion starten möchten, sollten wir dafür sorgen, ausreichend Rohstoffe zu halten.




Hier kommt der Freistaat Sachsen ins Spiel. Sachsen verfügt über eine Jahrhunderte lange Bergbautradition. Diese ist, wie im Westen Deutschlands, in den letzten Jahren zu Grabe getragen worden. Jetzt könnte diese Tradition wieder auf erstehen.

Armin Müller, Geschäftsführer der deutschen Lithium GmbH ist davon überzeugt, dass im Erzgebirge genug Lithium vorhanden ist um wieder massiv in den Bergbau zu investieren. Bisher wurden 96.000 t Lithium nachgewiesen. Den neuesten Studien zufolge liegen im Erzgebirge mehr als 125.000 t des begehrten Metalls. Damit wäre das Lithium Vorkommen im Erzgebirge größer als das bisher größte Lithium Vorkommen Europas. Mit geschätzten 100.000 t ist Portugal derzeit Spitzenreiter.

Deutschland ist ein relativ langsam und schwerfällig wenn es um Verordnung und Genehmigungen geht. Auch ist die Bergbau Tradition in unserem Land kaum mehr vorhanden. Wenn man aber all diese Probleme lösen kann, gegebenenfalls in einer Geschwindigkeit die über das deutsche normale hinausgeht, dann könnte dem Bergbau in Sachsen wirklich ein zweiter Frühling blühen. Um eine Größenordnung zu nennen, zwischen 5,7 und 6,7 Milliarden $ soll das vorhandene Lithium-Vorkommen wert sein.

Aus Erfahrung weiß ich, dass die Skeptiker der Elektromobilität, eher aus den konservativen Bundesländern kommen. Wenn jetzt, gerade aus so einem Bundesland, der Stoff für unsere Zukunft kommt. Dann kann ich mir gut vorstellen, dass dies ein gesamtgesellschaftlicher Schritt werden könnte. So stolz man in München auf seine Verbrenner von BMW ist, so stolz könnten die Sachsen, in Zukunft, auf die flinken, schnellen, Umweltfreundlichen E-Autos sein. Angetrieben mit Akkus, made in Erzgebirge. Oder anders, wenn man in Zukunft auf das Thema schaut ist die Chance recht groß, „Akku Sachsen“ zu denken.

Markus

Kommunikationsberater bei Dreiknopfmedia
Nerd, Kaufmann, Geek, Soziologe, Vater, Entwickler, Musiker, Eisliebhaber, Programmierer, Designer, Fussballverrückt, Kommunikator, Gründer, Radfahrer, Unternehmer, Popcorn
Markus

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei