Da ist er wieder, der Wechselakku. GreenPack zeigt, wie es geht

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Zu Beginn der Elektromobilität gab es schon einmal die Idee, Fahrzeuge mit auswechselbaren Akkus herzustellen. Ein Elektro-Auto wäre einige tausend Euro günstiger, wenn man auf den Akku verzichtet. Bei einem Tesla Model S kostet der Akku 20.000 €. Selbiges gilt für alle anderen elektronischen Fahrzeuge. Die Idee hinter Wechsel Akkus ist folgende. Ich kaufe mir ein Fahrzeug, in dem kein Akku eingebaut ist. Den Akku miete ich hinzu. Ich zahle eine monatliche Gebühr. Diese Gebühr hängt von meinem Nutzungsverhalten ab. Fahre ich wenige Kilometer im Monat zahle ich weniger, fahre ich viele Kilometer zahle ich mehr. Ähnlich den Datenverträgen bei unseren Smartphones. Neben der Kostenersparnis kommt ein weiterer Faktor hinzu. Die Reichweite. Während ich heute mit einem modernen Elektroauto 400 km ohne Probleme fahren kann, muss der Akku dann nachgeladen werden. Auch wenn das Aufladen mittlerweile nur noch eine knappe Stunde dauert, wäre es doch viel sinnvoller an eine Lade Station zu fahren, den alten Akku herauszunehmen, den neuen Akku einzusetzen und weiter zu fahren.

Skeptiker dieser Technik sagen das ist nicht möglich. Sie sagen ein Akku muss sicher mitten im Auto verbaut sein. Dass dies nicht der Fall zeigen diverse Unternehmen. Als Beispiel sei hier Renault genannt. Die verkaufen ihr Elektroauto namens Zoe, ohne Akku. Den Akku mietet man hinzu. Renault bietet einen passenden Vertrag je nach gewünschter jährliche Kilometer Laufleistung.

Eine ähnliche Idee hatte BetterPlace. Betterplace startete in Israel und Dänemark mit dem Aufbau von Wechselstation. Es sollte eine Lade Infrastruktur für Elektroautos geschaffen werden. Im Jahr 2013 ging dem Start-Up das Geld aus und BetterPlace musste Insolvenz angemeldet werden. Gerade diese Insolvenz sorgte dafür, dass die Idee des Wechsel Akkus lange Zeit tot war.

In China hat man von dieser Insolvenz scheinbar nichts gehört. Das Unternehmen Nio bewegt sich genau auf diesem Gebiet. Bis zum Jahr 2020 sollen an chinesischen Autobahn mehr als 1000 Wechselstation gebaut werden. Nun ist Nio in erster Linie Autohersteller. Die Idee des Wechsel Akkus haben sie trotzdem aufgegriffen.

In Europa sieht die Sache anders aus. Hier galt der Wechsel Akku tatsächlich als tot und nicht mehr wieder zu beleben. Was aber wenn man das Problem von einer anderen Seite betrachtet? Denn es gibt neben dem Elektroauto viele Anwendungen, die auf Wechsel Akkus setzen würden, wenn es diese nur gebe. Und genau das macht GreenPack.

An acht Standorten in Berlin kann man seinen leeren Akku gegen einen vollen austauschen. Man fährt zu einem Sharing Point, einem Kasten, der aussieht wie eine DHL Paketstation. Dort legt man seinen leeren Akku rein und entnimmt einen frisch geladenen.Und schon kann man weiterfahren. Zugegeben, den 600kg Akku aus einem Tesla Model S wird man nicht so ohne Weiteres herausziehen können. Aber genau das macht Green Park ja anders. Die Teslas steht nicht im Vordergrund. Sondern der Geschäfts und Freizeitsektor. Es gibt heute schon diverse Lieferdienste die mit Elektromobilen ausliefern. Geht der Akku zur Neige, musste der Mitarbeiter in die Station fahren und sein Fahrzeug langwierig aufladen. Heute steuert er einfach einen Sharing Point an, wechselt den Akku und fährt weiter.

Die Kundenliste ist jetzt schon eindrucksvoll. Neben EMCO Nova, den Elektrorollern arbeitet man zum Beispiel auch mit EDONKEE zusammen. Auch die weltweit tätigen Velo Taxi Cruiser setzen auf GreenPack. Aber warum nur Fahrzeuge? Bodenkehrmaschinen, Unkraut Maschinen Gartenmaschinen insgesamt können mit diesen Akkus betrieben werden. Sogar im Bereich der Musik machen sich diese Akkus breit. Überall wo man bisher Kabel verlegen, musst du um Strom zu bekommen kann man diese Akkus einsetzen. Die königliche Oper Kopenhagen betreibt eine Drehbühne, auf der ein ganzes Orchester platz findet mit diesen Akkus.

Die Idee von Wechsel Akkus ist nicht tot. Ich denke, sie geht jetzt erst richtig los. Denn wir müssen uns klar darüber sein. Der Akku eines Elektromobiles ist die Ökologisch schwierigste Komponente. Die Idee von Business first ist nicht die schlechteste. Ich bin gespannt, wie sich das Ganze in Zukunft weiter entwickelt. Aufregende Zeiten gerade.

 

Markus

Kommunikationsberater bei Dreiknopfmedia
Nerd, Kaufmann, Geek, Soziologe, Vater, Entwickler, Musiker, Eisliebhaber, Programmierer, Designer, Fussballverrückt, Kommunikator, Gründer, Radfahrer, Unternehmer, Popcorn
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[…] werden. Zumindest in der E-Mobilität. GreenPack macht die ersten, vielversprechenden Schritte. Ich hatte hier schon mal darüber geschrieben. Aber, GreePack hat bisher nur wenige Wechselstationen in Berlin und in ihren Sharing Points […]